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57 Cards in this Set

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Neurologische Untersuchung

・Übersicht (10)

- Vigilanzbeurteilung


- Untersuchung der Hirnnerven


- Nervendehnungszeichen


- Reflexe


- Sensibilität


- Motorik


- Koordination


- Stand- und Gangprüfung


- Periphere und zentrale Lähmung


- Neuropsychologische Veränderungen


- Elektroenzephalographie (EEG)


- Liquorpunktion (Lumbalpunktion)

Vigilanzbeurteilung

・Somnolent (1)


・Soporös (2)


・Komatös (1)



・Somnolent

- Abnorm schläfriger, aber relativ gut erweckbarer Patient.




・Soporös


- Tief schläfriger, schwer erweckbarer Patient, der nur durch starke äußere Reize (z.B. laute Ansprache) wach wird.


- Auf Schmerzreize wird mit Abwehrreaktion geantwortet.




・Komatös


- Nicht erweckbarer Patient. Auf wiederholte, äußere Schmerzreize reagiert der Patient nicht.

Untersuchung der Hirnnerven

・Übersicht (9)

- I. N. olfactorius (Geruchssinn)

- II. N. opticus (Visus)


- III. N. oculomotorius, IV. N. trochlearis, VI. N. abducens (Okulomotorik)


- V. N. trigeminus (Sensibilität + Kaumuskulatur)


- VII. N. facialis (Motorik: Mimische Muskulatur + Geschmacksempfindung)


- VIII. N. vestibulocochlearis (Gehör)


- IX. N. glossopharyngeus und X. N. vagus (Schluckmotorik, Geschmacksempfindung, Stimme)


- XI. N. accessorius (M. trapezius und M. sternocleidomastoideus)


- XII. N. hypoglossus (Zungenmuskulatur)

Untersuchung der Hirnnerven

・I. N. olfactorius (1)

- Überprüfung durch Riechen eines aromatischen Stoffes (z.B. Kaffee)

(MERKE: Salmiak und Essig sind sogenannte Trigeminusreizstoffe und werden auch bei Anosmie wahrgenommen!)

Untersuchung der Hirnnerven

・II. N. opticus (4)

- Gegenstand/Schrift in bestimmter Entfernung erkennen lassen

- Fingerperimetrische Bestimmung des Gesichtsfeldes


- Pupillenreaktion: Prompt, direkt und konsensuell ist der Normalbefund


- Pupillenform und -weite: Isokor und mittelweit ist der Normalbefund

Untersuchung der Hirnnerven

・III. N. oculomotorius, IV. N. trochlearis, VI. N. abducens (3)

- Augenbewegungen: Finger folgen lassen nach oben, unten, zur Seite, in der Diagonale

- Nahakkommodation: Den Finger auf den Patienten zubewegen


- Augen öffnen und schließen lassen

Untersuchung der Hirnnerven

・V. N. trigeminus (3) (Bild)

- Bestreichen der drei unterschiedlichen Gesichtsregionen - Palpation der Nervenaustrittspunkte 
- Mund öffnen und schließen lassen, gleichzeitige Palpation der Masseteren
- Bestreichen der drei unterschiedlichen Gesichtsregionen

- Palpation der Nervenaustrittspunkte


- Mund öffnen und schließen lassen, gleichzeitige Palpation der Masseteren

Untersuchung der Hirnnerven

・VII. N. facialis (2) (Bild)

- Stirnrunzeln, Augen zukneifen, Nase rümpfen, Wangen aufblasen, Zähne zeigen, Pfeifen- Nutzung verschiedener Geschmacksstoffe zur Prüfung der Qualitäten süß, salzig, sauer
- Stirnrunzeln, Augen zukneifen, Nase rümpfen, Wangen aufblasen, Zähne zeigen, Pfeifen

- Nutzung verschiedener Geschmacksstoffe zur Prüfung der Qualitäten süß, salzig, sauer

Untersuchung der Hirnnerven

・VIII. N. vestibulocochlearis (2)

- Grobe Prüfung des Hörsinns: Der Untersucher reibt seine Finger vor dem Meatus acusticus externus gegeneinander

- Orientierende Unterscheidung zwischen Schallempfindungs- und Schallleitungsschwerhörigkeit durch Rinne- und Weber-Versuch (→ siehe auch Diagnostik in der HNO)

Untersuchung der Hirnnerven

・IX. N. glossopharyngeus und X. N. vagus (3)

- Inspektion der Uvula und Gaumensegel → Bei Störung der Innervation: Abweichung des Gaumensegels zur gesunden Seite

- Würgereflex: Holzspatel/langen Wattebausch kurz und vorsichtig Richtung Uvula führen → Würgereflex eingeschränkt bei Ausfall der Nerven


- Heiserkeit bei fehlender Innervation → Eingeschränkte Funktion der Kehlkopfmuskulatur (Öffnung der Stimmritze gestört)

Untersuchung der Hirnnerven

・XI. N. accessorius (2)

- M. trapezius: Schulterheben gegen Widerstand - M. sternocleidomastoideus: Kopfdrehen gegen Widerstand
Untersuchung der Hirnnerven

・XII. N. hypoglossus (2)

- Zunge herausstrecken → Abweichen der Zunge zur kranken Seite durch ein Überwiegen der Muskulatur der gesunden Seite

- Zunge von innen in die Wange drücken lassen und Kraftprüfung von außen

Nervendehnungszeichen

・Übersicht (3)

- Lasègue-Zeichen (Wurzeln L5-S1)

- Kernig-Zeichen


- Brudzinski-Zeichen

Lasègue-Zeichen

・Definition (1) (Bild)

Zur Prüfung lumbaler Nervendehnungszeichen bzw. eines Meningismus sollte stets die Untersuchung des Lasègue-Zeichens erfolgen. Ein positiver Lasègue-Test kann dann durch die Prüfung des Bragard-Zeichens bestätigt werden. Sind beide Zeichen po...
Zur Prüfung lumbaler Nervendehnungszeichen bzw. eines Meningismus sollte stets die Untersuchung des Lasègue-Zeichens erfolgen. Ein positiver Lasègue-Test kann dann durch die Prüfung des Bragard-Zeichens bestätigt werden. Sind beide Zeichen positiv, ist eine meningeale Reizung bzw. eine Wurzelreizung als Schmerzursache wahrscheinlich. Bei negativem Bragard-Zeichen ist das positive Lasègue-Zeichen jedoch eher als Pseudo-Lasègue-Zeichen zu interpretieren (Ursache meist muskuloskelettale Dysfunktion, z.B. verkürzte ischiokrurale Muskulatur).
Kernig-Zeichen

・Definition (1) (Bild)

- Die Prüfung des Kernig-Zeichens kann auf zwei Weisen erfolgen. Bei der ersten Methode (A) erfolgt ein passives Anheben des gestreckten Beines im Hüftgelenk. Sobald Schmerzen auftreten, wird reflektorisch das Bein im Kniegelenk gebeugt. Alterna...
- Die Prüfung des Kernig-Zeichens kann auf zwei Weisen erfolgen. Bei der ersten Methode (A) erfolgt ein passives Anheben des gestreckten Beines im Hüftgelenk. Sobald Schmerzen auftreten, wird reflektorisch das Bein im Kniegelenk gebeugt. Alternativ (B) kann das Kernig-Zeichen geprüft werden, indem das Bein durch den Untersucher im Hüft- und Kniegelenk rechtwinklig gebeugt wird. Bei der anschließenden Streckung des Beines im Kniegelenk kommt es zur Wurzeldehnung bzw. meningealen Dehnung, was ggf. zu Schmerzen und einer Abwehrspannung gegen die Streckung führen kann.
Brudzinski-Zeichen

・Definition (1) (Bild)

Nervendehnungszeichen

・Übersicht (3)

- Muskeleigenreflexe

→ monosynaptische Eigenreflexe: Reflexbogen verläuft nur über eine Synapse, die zwei Neurone miteinander verbindet




- Fremdreflexe


→ Rezeptor und Effektor i.d.R. nicht im gleichen Organ (polysynaptisch)




- Pyramidenbahnzeichen


→ Schädigung der Pyramidenbahn (bei Säuglingen physiologischerweise auslösbar)

Muskeleigenreflexe

・Übersicht (5)

Fremdreflexe

・Übersicht (3)

Pyramidenbahnzeichen

・Übersicht (4)

Motorik

・Kraftgrade (6)

- 0 = keine Muskelaktivität (Plegie)

- 1 = tastbare Muskelaktivität ohne Bewegungseffekt


- 2 = Bewegung ohne Einfluss der Schwerkraft bzw. nur unter Ausschaltung der Schwerkraft möglich


- 3 = Bewegung gegen die Schwerkraft möglich


- 4 = Bewegung gegen Widerstand möglich


- 5 = normale Kraft

Koordination

・Übersicht (3)

- Finger-Nase-Versuch

- Finger-Folge-Versuch


- Knie-Hacke-Versuch

Stand- und Gangprüfung

・Übersicht (4)

- Gangprüfung


- Romberg-Stehversuch


- Unterberger-Tretversuch


- Trendelenburg-Zeichen

Romberg-Stehversuch

・Definition (1)

- Der Patient wird gebeten, sich mit dicht nebeneinander stehenden Beinen und vorgestreckten Armen hinzustellen und die Augen zu schließen
Romberg-Stehversuch

・Positiv (2)

- Verschlechterung der Koordination durch den Augenschluss (der Patient beginnt zu schwanken oder das Schwanken verstärkt sich)

- spricht für eine spinale Ataxie

Romberg-Stehversuch

・Negativ (3)

- unveränderte Koordination durch den Augenschluss (der Patient schwankt durch den Augenschluss nicht verstärkt).

- Kann der Patient auch mit geöffneten Augen nur schwer ein Schwanken kontrollieren, spricht dies für eine zerebelläre Ataxie


- Eine Fallneigung in eine Richtung nach Augenschluss spräche für eine vestibuläre Ursache

Unterberger-Tretversuch

・Definition (2)

- Der Patient wird gebeten, mit geschlossenen Augen 50 mal auf der Stelle zu treten

- Dreht er sich im Laufe der Durchführung um mehr als 45 Grad um die eigene Achse ist der Versuch als positiv zu werten und spricht für eine Kleinhirnläsion oder für eine Schädigung des Vestibularorgans.

Trendelenburg-Zeichen

・Definition (3)

- Beim Stand auf dem Bein der betroffenen Seite kippt das Becken zur gesunden Seite (Spielbeinseite) ab.

- Tritt das Trendelenburg-Zeichen beidseits auf, resultiert ein Watschelgang


- ist auf eine Insuffizienz der Mm. glutei medius et minimus (maximus ist nicht betroffen) zurückzuführen, die üblicherweise das Becken stabilisieren

Trendelenburg-Zeichen

・Ätiologie (1)

- neben systemischen neurologischen Erkrankungen auch lokale Schädigungen wie z.B. Hüftkopfschädigung mit belastungsabhängiger Muskelatrophie oder Injektionsschädigungen (N. gluteus superior).
Trendelenburg-Zeichen

・Duchenne-Zeichen (2)

- Dem Absinken der Hüfte auf der gesunden Seite wird durch eine Neigung des Oberkörpers zur kontralateralen Seite entgegengewirkt

- Ein positives Trendelenburg-Zeichen kann somit kaschiert werden.

Periphere vs. zentrale Lähmung (2)
- Periphere Parese (schlaffe Parese) = Denervierung durch Schädigung des 2. Motoneurons → Muskeleigenreflexe↓, keine Pyramidenbahnzeichen, Atrophie

- Zentrale Parese (spastische Parese) = Denervierung durch Schädigung des 1. Motoneurons (Extrapyramidalsystem ebenfalls betroffen)


→ Muskeleigenreflexe↑ , Pyramidenbahnzeichen

Neuropsychologische Veränderungen ・Übersicht (4)

- Aphasie

- Apraxie

- Agnosie


- Anosognosie

Aphasie

・Übersicht (5)

- Unfähigkeit zu sprechen- Dabei kann das Sprachverständnis oder die Sprachproduktion gestört sein.
- Unfähigkeit zu sprechen

- Dabei kann das Sprachverständnis oder die Sprachproduktion gestört sein.

Apraxie


・Definition

- Störung der Ausführung willkürlicher zielgerichteter Bewegungen trotz intakter motorischer Funktion
Apraxie

・Formen (3)

- Ideomotorische Apraxie

→ Anwendung unpassender körperlicher Ausdrucksformen und Gesten bei Imitation. Vorgeführte Handlungsabläufe können nicht korrekt nachgeahmt werden (z.B. Winken wird nicht reproduziert, stattdessen Kratzen am Ohr). Spontan können die Bewegungen dagegen korrekt durchgeführt werden. Häufig kommt es zu Perseverationen (ständige Wiederholung eines Bewegungsablaufs).


- Ideatorische Apraxie


→ Patient kann keine komplexen Handlungsabfolgen durchführen. Die "Idee" für eine Handlungsabfolge fehlt.




- Visuo-motorische Apraxie


→ Danebengreifen beim Versuch Gegenstände im kontraläsionalen Gesichtsfeld zu greifen.

Agnosie

・Definition (1)

- Störung eines modalitätsspezifischen (visuell, auditiv) Erkennens, ohne Vorliegen elementarer Defizite der Sensorik
Agnosie

・Formen (4)

- Stereoagnosie (oder Astereognosie, taktile Agnosie)

→ Unfähigkeit, Gegenstände durch alleiniges Tasten zu erkennen ("Tastblindheit"); die visuelle Erkennung ist dabei nicht beeinträchtigt




- Räumliche Agnosie


→ Unfähigkeit, sich im Raum zu orientieren



- Prosopagnosie


→ Unfähigkeit, bekanntes Gesicht zu erkennen (Physiognomie eines bekannten Gesichts wird als fremd empfunden, "Gesichtsblindheit")




- Autotopagnosie


→ Körperschemastörung; Betroffene haben Schwierigkeiten, nach Aufforderung Teile des eigenen Körpers zu zeigen

Anosognosie

・Definition (3)

- Nichterkennenkönnen neurologischer Störungen

- Ein Patient mit einem Schlaganfall behauptet z.B., keinerlei Lähmungserscheinungen zu haben, obwohl eine Hemiparese vorliegt. Bittet man ihn dann, die gelähmte Extremität zu bewegen, antwortet er bspw. mit "Dazu habe ich gerade keine Lust", erkennt aber weiterhin nicht, dass eine Störung vorliegt.


- Die Ursache der Erkrankung ist nicht sicher geklärt, es scheint sich jedoch um eine neurologisch bedingte Störung zu handeln und nicht um eine psychische Abwehrreaktion.

Elektroenzephalographie (EEG)

・Definition (4)

- Ableitung der summierten kortikalen Potentialschwankungen

- Jedes einzelne Neuron erzeugt abhängig von seiner Aktivität elektrische Zustandsänderungen. - Das EEG kann diese Zustandsänderungen an verschiedenen Punkten aufsummiert messen und somit die Aktivität von Neuronengruppen an verschiedenen Punkten des Kortex visualisieren.


- Der Befunder kann die abgeleiteten Potentialschwankungen dann nach auffälligen Mustern durchsuchen.

Elektroenzephalographie (EEG)

・Indikation (3)

- Epilepsiediagnostik (Beispielbefunde in → Epilepsie und → Generalisierte Epilepsien im Kindesalter)

- Bewusstseinsstatus (Bispektralindex in der Anästhesie; Hirntoddiagnostik)


- Schlafmedizin → Polysomnographie; Schlafphasen

Elektroenzephalographie (EEG)

・Interpretation (5)

Liquorpunktion (Lumbalpunktion)

・Indikation (3)

- Diagnostik bei Erkrankungen mit veränderter Liquorzusammensetzung

- Intrathekale Applikation von Medikamenten


- Liquordruckmessung

Liquorpunktion (Lumbalpunktion)

・Kontraindikation (4)

- Erhöhter intrakranieller Druck (Ct Ausschluss)

- Thrombozytopenie: <20.000/µl (absolute Kontraindikation); <50.000/μl (relative Kontraindikation)


- Entzündungen im Bereich der Einstichstelle


- Blutungsneigung, INR >1,8 (z.B. durch medikamentöse Antikoagulation)

Liquorpunktion (Lumbalpunktion)

・Komplikationen (2)

- Liquorunterdrucksyndrom (Postpunktioneller Kopfschmerz)

- Infektion (epiduraler Abszess)

Liquorunterdrucksyndrom (Postpunktioneller Kopfschmerz)


・Klinik (2)

- Schmerz der im Liegen geringer als im Stehen und ist und mit mindestens einem der folgenden Symptome einhergeht

→ Nackensteifigkeit


→ Tinnitus


→ Hörminderung


→ Übelkeit


→ Lichtscheu




- Die Symptomatik setzt in der Regel mit einer Latenz ein (meist innerhalb von 1-2 Tagen) und kann für einige Tage (selten bis einige Wochen) anhalten

Liquorunterdrucksyndrom (Postpunktioneller Kopfschmerz)

・Therapie (3)

- Allgemeinmaßnahmen: Bettruhe + viel Trinken - Zusätzliche Optionen: Fibrinkleber oder epiduraler Blutpatch ("blood-patch")

- Analgetika, evtl. Koffein oder Theophyllin

Infektion (epiduraler Abszess)

・Klinik (3)

- Lokale Schmerzen

- Neurologische Symptomatik (Ausfallssymptome in den Beinen durch Beteiligung/Druck auf das Rückenmark)


- Entzündungszeichen (Fieber, Schwäche, erhöhte Infektparameter)

Infektion (epiduraler Abszess)

・Therapie (2)

- Antibiotika

- Ggf. chirurgische Abszessversorgung

Tremor

・Tremorformen (2)

- Ruhetremor

→ Tremor, der bei körperlicher Entspannung auftritt und bei mentaler Anspannung zunimmt


- Aktionstremor


→ Tremor der bei aktiven Bewegungen eintritt


→ Haltetremor: Tremor, der eintritt, wenn eine bestimmte Körper-Stellung durch Muskelarbeit gegen die Schwerkraft gehalten werden muss


→ Zieltremor (zerebellärer Tremor; Intentionstremor): Tremor, der bei Zielbewegung auftritt und mit zunehmender Nähe zum Ziel stärker wird (→ Hinweis für eine Kleinhirnläsion, nur schwer behandelbar)

Tremor

・Ätiologische Einteilung (7)

- Essentieller Tremor

- Orthostatischer Tremor


- Dystoner Tremor


- Holmes-Tremor


- Psychogener Tremor


- Tremor beim idiopathischen Parkinson-Syndrom


- Flapping Tremor (Asterixis)

Essentieller Tremor

・Definition (5)



- Autosomal dominanter Erbgang mit wechselnder Penetranz möglich

- Meist symmetrischer Haltetremor (Armvorhalteversuch) mit einer Frequenz von 5-10/s


- Langsam progredienter VerlaufKurzzeitige Besserung nach Alkoholkonsum, Verschlechterung in Stresssituationen


- Aktionstremor häufig; Intentionstremor möglich; Ruhetremor extrem selten


- Lokalisation: Hände (ca. 90%), Kopf (ca. 30%; sog. Ja-Ja- oder Nein-Nein-Tremor), Stimme (ca. 15%)Isolierte Tremorformen möglich

Orthostatischer Tremor


・Definition (3)

- Selten, meist ab dem 60. Lebensjahr

- Ätiologie: Unbekannt


- Vor allem bei längerem Stehen kommt es zu


→ Subjektiver Standunsicherheit und Stürzen


→ Gefühl des Bebens der Beine

Dystoner Tremor

・Definition (1)

- Halte- oder Aktionstremor, der nur bei vorbestehender Dystonie der gleichen Körperregion auftritt
Holmes-Tremor

・Definition (1)

- Niederfrequenter, grober Ruhe- (Halte-,) und Intentionstremor, der klassischerweise bei Läsionen im Gebiet des Ncl. ruber (z.B. Insult) auftritt
Psychogener Tremor

・Definition (2)

- Meist Aktionstremor vom Halte- und/oder Bewegungstyp mit plötzlichem Beginn und Ende (kann sich im Verlauf verändern)

- Ablenkung führt zum Sistieren des Tremors

Tremor beim idiopathischen Parkinson-Syndrom

・Definition (1)



- Typischerweise asymmetrisch ausgeprägter Ruhetremor der Extremitäten (4– 6, selten bis 9 Hz)
Flapping Tremor (Asterixis)

・Definition (3)

- Kurzzeitiger Tonusverlust der Haltemuskulatur mit anschließender reflektorischer Korrekturbewegung → Vielmehr ein negativer Myoklonus als ein Tremor

- Zeichnet sich durch unregelmäßiges, grobschlägiges Zittern bei ausgestrecktem Arm und extendierter Hand aus


- Ist häufig bei metabolischen (v.a. alkoholtoxischen) Enzephalopathien zu beobachten